Das Klima in Rheinland-Pfalz

Das Klimawandel-Informationssystem RLP kombiniert für seine Klimaprojektionen globale und regionale Klimamodelle, um Beobachtungen und zukünftige Entwicklungen abzubilden.

Klimaschutz in der Landwirtschaft

Klimaschutzpotenziale bietet nicht nur die Weinproduktion. Das KlimaFarmBilanz-Team der LaWiKa berät und unterstützt auch Ihren Betrieb!

Grafik: Alfred-Wegener Institut via dwd.de

Was wir heute übers Klima wissen

Die unumstrittenen Basisfakten zum Klimawandel. Zusammengetragen vom deutschen Wetterdienst.

Ein Kind trinkt Wasser aus einer Trinkwassersäule im sonnigen Freien
Foto: Umweltbundesamt

Den Klimawandel gesundheitlich meistern!

Die aktuellen Empfehlungen des Umweltbundesamts zur Gesundheitsvorsorge im Klimawandel.

Grafik: Stilisierte Baumringe geben einen Temperaturanstieg um 1,8°C zwischen 1881 und 2020 wieder.
Grafik: Jonathan Fieber, Landesforsten RLP

Der Wald in Rheinland-Pfalz

Landesforsten RLP informiert über Klimawandel und Chancen für den Wald.

Bild: Eine Kaffeetasse mit der Aufschrift "Begin".
Danielle MacInnes | Unsplash

Klimawandel-Betroffenheitsanalyse für KMU

Der Klimawandel ist kein Szenario, sondern eine Tatsache. Nicht nur saisonabhängige Unternehmen sind vielfach vulnerabel gegenüber Klimawandelfolgen. Fassen Sie Risiken zusammen und schätzen Sie Ihre Lage frühzeitig ein!

Temperaturen im Landkreis

Länger, wärmer, heißer.

Als "Toskana Deutschlands" ist die Südliche Weinstraße bekannt für sonnige Südwest-Wetterlagen aus dem Mittelmeerraum. Durch den Pfälzerwald vor Tiefdrucksystemen geschützt, haben sich Mensch und Natur an lange, warme Sommer angepasst. Doch der globale Klimawandel trägt Veränderungen auch in die Südliche Weinstraße: steigende Temperaturen, sich ändernde Vegetationszeiten und extreme Wetterereignisse verlangen nach stetiger Anpassung. Die Region zeigt sich zunehmend vulnerabel gegenüber Wassermangel und Hitzewellen. Insbesondere Weinbau, Land- und Forstwirtschaft leiden unter den direkten Folgen des Klimawandels.

Anstiege und neue Rekorde

In der Region wird es wärmer und heißer: Die Temperaturen liegen heute im langjährigen Mittel (10,6°C, 1991 - 2020) um 1,8°C höher, als zu Beginn der Industrialisierung (8,8°C, 1881 - 1910). Die sechs heißesten Jahre seit Beginn der Wetteraufzeichnung wurden nach 2010 gemessen und verdeutlichen den rasanten Temperaturanstieg auch vor Ort. Dabei wirken sich mehr heiße und weniger kalte Tage schon heute merklich auf die Region aus.

Grafik: Die beobachteten Jahrestemperaturen der Südlichen Weinstraße steigen signifikant an.

Mehr heiße und weniger kalte Tage

Mehr Sommertage (TLuft ≥ 25°C), heiße Tage (TLuft ≥ 30°C) und Tropennächte (TNachtluft ≥ 20°C) bedeuten Stress für die Gesundheit: Verkürzte Ruhezeiten, Herz-Kreislaufbelastungen durch Überhitzung und Dehydrierung mehren sich in den Sommermonaten. Derweil schwinden Eis- und kalte Tage: Nur noch 62 Tage im Jahr erreichen 0°C, nur 14 davon verbleiben unter dem Gefrierpunkt. Das hat schwer abzuschätzende Folgen nicht nur für heimische Tiere und Pflanzen. Auch invasive Arten, wärmeliebende Insekten und Krankheitserreger, die den Winter nun leichter überstehen, können unser Ökosystem und unsere Gesundheit belasten.

Niederschläge im Landkreis

Etwas geringere Niederschlagsmengen sind wir im Osten der Südlichen Weinstraße gewohnt. Doch der Klimawandel hat komplexe Folgen für unsere Region.

Trend im Winterniederschlag

Seit Beginn der Industrialisierung und insbesondere in den vergangenen 50 Jahren sind die Winterniederschläge deutlich angestiegen. Im Vergleich des jüngsten langjährigen Mittel 1992 bis 2021 gegenüber dem erstmöglichen langjährigen Mittel ergibt sich ein Anstieg um mehr als 20%. Allgemein muss auch mit einer Intensivierung von Starkregenereignissen gerechnet werden.

Weinbau auf dem Trockenen

Mit weniger als 437 l/m2 fällt gerade die weinbauliche Zeit (April bis Oktober) deutlich trockener aus, als früher (478 l/m2). Nicht nur die europäische Trockenperiode macht sich hier bemerkbar. Klimawandelbedingter Trockenstress und Starkregenereignisse beschleunigen ihrerseits Bodenerosionen und schaden belebter Natur und Infrastruktur. Kommunen, Gartenbesitzer*innen und Landwirtschaft müssen sich zugleich auf sommerliche Bewässerungen, Erosion der Lössriedel und Starkniederschläge sowie Sturzfluten einstellen. Auch die Wasserspeicherkapazität unserer Böden leidet unter den komplexen Folgen der rasanten klimatischen Veränderungen.

Forstwirtschaft unter Druck

In Rheinland-Pfalz ist die Grundwasserneubildung laut Landesministerium bereits um 25% zurückgegangen. Darunter leidet nicht nur die Trinkwasserqualität: Fünf Millionen Bäume wurden allein in Rheinland-Pfalz 2018 und 2019 notgefällt. Der Klimawandel begünstigt durch Schädlinge (z.B. Fichtenborkenkäfer, s. Bild), Trockenstress, Stürme und Starkregen Waldschäden im Pfälzerwald in bisher ungekanntem Ausmaß. Die sommerliche Trockenheit rührt auch von den geringen Niederschlägen zur forstwirtschaftlichen Zeit der Südlichen Weinstraße.

Bild: links: Förster inspiziert vom Fichtenborkenkäfer befallene Fichtenrinde. Rechts: Fichtenborkenkäfer aus der Nähe.
Jonathan Fieber | Landesforsten RLP